Verbesserung unseres „Bus Factor“

Der „Bus factor“ ist eine wichtige Kennzahl zur Gesundheit eines freien Softwareprojekts, auch wenn die Idee dahinter ziemlich krank ist. F-Droid hat sich von einem Projekt eines einzelnen zu einer die ganze Community betreffenden Aufgabe ausgeweitet. Und da gibt es weit mehr Arbeit, als eine Person erledigen kann. Die grundlegende Infrastruktur muss von verschiedenen Leuten betreut werden, um das gesamte Projekt belastbar und gemeinschaftlich getragen zu gestalten.

Im Hinblick darauf haben wir einen neuen Host für ein Hauptstück der Infrastruktur. Der Build- und Deploy-Prozess der Internetseite wird nun von Nick Merrill vom Calyx Institute in Island gehostet. Es ist schwer eine bessere Kombination für ein Projekt, das sich mit Datenschutz befasst, zu finden. Nick ist F-Droid-Anwender und das Calyx Institute erstellt die vertrauenswürdigsten Internetdienste, die möglich sind, mit F-Droid in einer Schlüsselrolle. Nick focht außerdem eine geheime Anweisung der US-Regierung an und gewann vor dem US Federal Court nach 11 Jahren mühseligen Rechtsstreits. Schließlich ist Island einer der besten Orte, um Internetdienste zu hosten, die einen starken Datenschutz erfordern.

Technische Einzelheiten

Vor ein paar Jahren haben wir diese Website überarbeitet, damit sie sich von F-Droid-Mitwirkenden in jede Sprache übersetzen lässt. 15 Sprachen sind nun aktiv und viele weitere in Arbeit.

Auch wenn wir es damals nicht erkannten, sieht es so aus, als hätten wir die umfangreichste Internetseite geschaffen, die mittels eines „Static Site Generator (SSG)“ erzeugt wird. Es gibt momentan ungefähr 30.000 Seiten, (staging.f-droid.org enthält 75.000 Seiten!) und wir haben keine Jekyll-Website mit mehr Seiten gefunden. All das bedeutet, dass der Build- und Deploy-Prozess ressourcenintensiv ist und Zeit braucht. Es hat sich auch erwiesen, dass er ein Bisschen spröde ist, größtenteils weil der Vorgang so viel RAM und CPU braucht.

Die neue Deploy-Serverkonfiguration ist komplett mit Ansible geschrieben, das auf einer einfachen Debian-Maschine läuft. Sollte der aktuelle Server aus welchem Grund auch immer versagen, können wir so sehr leicht einen neuen Server aufsetzen. Das ist auch für den „Bus factor“ von Bedeutung, da jeder die ganze Deploy-Einrichtung neu erstellen kann, wenn die derzeitigen Maintainer völlig verschwinden.

Mitarbeit erwünscht!

Eine letzte Sache: Wenn ihr euch jemals gefragt habt, warum bestimmte Aspekte von F-Droid nicht so gut funktionieren wie sie sollten, dann ist die wahrscheinlichste Antwort darauf: F-Droid braucht mehr Mitwirkende! Dieser neue Deploy-Server ist das perfekte Beispiel für etwas, das jeder unabhängig von den momentanen Mitarbeitern hätte entwickeln können. Die gesamte Internetseite ist freie Software und allgemein zugänglich, d. h. jeder kann auf alle Teile zugreifen, um eine vollständige, funktionierende Kopie der echten Website zu erstellen.